Sonntag, 18. Juni 2017

Lord of Shadows [RSD]

Am 23. Mai diesen Jahres war es endlich so weit: Cassandra Clares neuster Roman "Lord of Shadows", die Fortsetzung von "Lady Midnight" und damit der zweite Band in der Reihe "Die dunklen Mächte", wurde veröffentlicht und alle, die wie ich begeisterte Shadowhunters-Fans sind, waren vermutlich mehr als nur gespannt auf die Handlung dieses Buches. Warum es mir noch besser gefallen hat als sein Vorgänger erfahrt ihr in dieser Buchbesprechung!


 

Rezension zu "Lord of Shadows"

"Lord of Shadows" von der US-amerikanischen Autorin Cassandra Clare ist ein Fantasyroman, welcher in einer Welt angesiedelt ist, die parallel zur reellen Welt existiert. Wie bereits in den zwei anderen von ihr veröffentlichten Buchreihen ("Die Chroniken der Unterwelt" sowie die Prequel-Trilogie "Chroniken der Schattenjäger") sind die Hauptfiguren Nephilim - Menschen mit Engelblut, deren Aufgabe es ist, die Menschheit vor Dämonen zu beschützen. Mehr Details zu dieser Welt findet ihr in meiner Buchbesprechung für "Lady Midnight". Die deutsche Ausgabe des Buches wird am 09. Oktober 2017 veröffentlicht.

Worum geht es?


Wie auch das erste Buch der "Die dunklen Mächte" Reihe spielt "Lord of Shadows" zumindest zu Beginn im Institut von Los Angeles. (Mehr dazu auch im oben verlinkten Post.) Jedoch führt der Roman die Protagonisten auch ins Feenreich, nach England bzw. London und sogar nach Idris, dem Land der Schattenjäger. Wer das Vorgängerbuch nicht gelesen hat, sollte dies definitiv tun bevor er sich an "Lady Midnight" wagt, denn sonst ist das Buch schwer verständlich. Zur Auffrischung der Fakten sind jedoch immer kurze Erinnerungen eingefügt.

Zur Handlung: Bereits im ersten Buch der Fantasytrilogie haben wir Diego kennengelernt, einen Zenturion. Aufgrund der Ereignisse des ersten Buches werden seine Kollegen nach LA geordert, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Zwischen ihnen und den Blackthorns kommt es jedoch immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten mit unterschiedlichen Tragweiten. So siedeln Julian, seine Geschwister, Emma und auch Cristina schließlich ins Londoner Institut über, von wo aus sie unter anderem Blackthorn Manor, das Stadthaus der Familie Blackthorn, oder auch Cornwall besuchen. Welche Rolle der Besuch im Feenreich einnimmt und wer noch mit von der Partie ist, findet ihr am Besten selbst heraus, wenn ihr das Buch lest.

Graphische und rhetorische Gestaltung


Im Cover von "Lord of Shadows" kann man klar die Parallelen zum Cover von "Lady Midnight" erkennen, jedoch gefällt es mir nicht ganz so gut wie sein Vorgänger. Dabei ist in der rechten oberen Ecke Julian zu erkennen, während sich am linken Rand die Skyline von London erstreckt. Wie auch beim ersten Buch ist außerdem auf dem Einband die Parabati Rune abgebildet.

Als Auftakt nutzt Cassandra Clare, vermutlich auch in Anlehnung an die Bedeutung des Dichters für den ersten Band, das Gedicht "Dreamland" von Edgar Allen Poe. Jedoch hat dieses im Buch keine signifikanten Bedeutung. Außerdem ist das Buch in zwei Teile geteilt. In der englischen Ausgabe heißen diese "Dreamland" und "Thule".

Wie auch in ihren vorherigen Büchern legt Cassandra Clare auch hier einen großen Fokus auf Dialoge und die Gefühlswelt der Charaktere. Jedoch kommt dieses Mal auch eine gehörige Portion Aktion dazu, die mir im ersten Buch etwas gefehlt hat. Wie im Schnelldurchlauf rast alles an einem vorbei und manchmal hat man das Gefühl, dass man mit einem Blinzeln einen Großteil der Handlung verpassen würde.

Der Roman ist in der dritten Person geschrieben, wobei die Perspektive zwischen den Protagonisten wechselt. Dabei liegt der Fokus weiterhin auf Emma.

Meine Meinung


Wem vor allem die "Chroniken der Schattenjäger" gefallen haben, der wird auch dieses Buch mögen, denn im Londoner Institut verbirgt Cassandra Clare die Spuren der vorherigen Bewohner nicht. "Lady Midnight" endet zwei Wochen vor dem Beginn von "Lord of Shadows", so dass die beiden Bücher beinahe nahtlos aneinander anschließen. Die Charaktere wirken noch frischer und bereiten definitiv viel Freude am Lesen. Natürlich tauchen auch hier viele alte Bekannte wieder auf, jedoch liegt der Fokus eindeutig und verstärkt auf den neuen Charakteren.

Für Neueinsteiger, die bisher keines von Cassandra Clares Büchern gelesen haben, kann ich das Buch nicht empfehlen, denn die Konzepte sind zu komplexe und werden, da dies der zweite Band der "Die dunklen Mächte" Reihe ist, auch nicht mehr erklärt, sondern als gegeben betrachtet. Vorher wäre es also empfehlenswert, "Lady Midnight" zu lesen (oder z.B. als Hörbuch zu hören) und dann zu diesem Buch zurück zu kommen.

Fazit


"Lord of Shadows" übertrifft seinen Vorgänger in vielerlei Hinsicht und ist damit, für Leser von "Lady Midnight", eine absolute Empfehlung. Auch Kenner des Schattenjägeruniversums, denen "Lady Midnight" nicht zugesagt hat, können getrost einen Versuch an dieser Stelle wagen. Die Meisterin der plötzlichen Handlungswenden überzeugt auch in diesem Buch mit Spannung, Vielschichtigkeit und natürlich vielen Emotionen. Für das ausgiebige Sonnenbad am Strand ist dieser Roman also definitiv geeignet.


 

Spoiler


Bereits aus "Lady Midnight" bekannt ist uns Kit - der verlorene Nachkomme der Herondales, der eigentlich auf den Namen Christopher hört. In "Lord of Shadows" lernt er langsam, mit seinem Schattenjägererbe umzugehen und freundet sich nebenbei mit den Zwillingen Livia und Ty an. Zusammen geben die drei ein unschlagbares Trio ab und so ist es auch kein Wunder, dass Kits Perspektive einen Großteil des Buches einnimmt.

Außerdem ist da ja noch Annabel Lee, die am Ende von "Lady Midnight" langsam zum Leben erwacht. In "Lord of Shadows" kommt dieser Prozess zum Ende und sie flieht mit einem Zauberbuch, dass die Blackthorn Kinder von ihr zurücknehmen sollen. Obwohl die Begegnungen mit ihr zumindest auf mich wie Geisterbegnungen wirkten, sind sie nicht wirklich gruselig - man hat viel mehr Mitleid mit ihr und ihrem Schicksal, dass im Verlauf der Geschichte auch näher beleuchtet wird. Jedoch sollte man hier auf vieles gefasst sein.

Und wie könnte man ein paar Spoiler zu diesem Buch veröffentlichen, ohne das Londoner Institut zu erwähnen. Kennern von Cassandra Clares Büchern ist die dort wohnende Jessamine nicht unbekannt und dass ausgerechnet Kit (nach Tavy) der Erste ist, der sie sehen kann, ist durchaus interessant. Beim Finden von Annabel ist sie eine große Hilfe!

Zu guter Letzt sei noch diese eine Sache gesagt: Wer das gesamte erste Buch nach der Ursache für Dianas Heimlichtuereien gesucht hat, der wird hier endlich belohnt, denn ihr Geheimnis wird gelüftet.



 

Diskussion


Wie gewohnt folgen hier jetzt ein paar Aspekte der Geschichte, die ich gerne diskutieren würde.
  1. Kit. Im Bezug auf ihn habe ich tausend Fragen, die hoffentlich in den kommenden Büchern beantwortet werden, aber zunächst möchte ich seine Beziehung zur Schattenwelt besprechen und seine Verbindung zu den Zwillingen. Denn trotz seiner positiven Einstellung zu den Beiden ist es letztendlich Ty, dem er - zumindest aus meiner Sicht - stärker vertraut. (So ist es zum Beispiel Ty, der ihn mit den ersten Runen versehen darf.) Warum ist jedoch die Bindung zu Ty stärker - zumal dieser ihn ja sogar schon mit seinem Messer bedroht hat? (In "Lady Midnight".) Liegt es daran, dass er, im Gegensatz zu den Schattenjäger, das Phänomen des Autismus kennt?
  2. Bezüglich Dianas Geheimnis - warum fürchtet sie sich so sehr davor, den Blackthorn Kindern und Emma davon zu erzählen? In Anbetracht der Tatsache, dass diese mit der Popkultur LAs groß geworden sind, dürfte es doch kein Problem für sie sein.
  3. Abschließend noch mein Lieblingsthema: Mark und Kieran. Was denkt ihr, wohin sich ihre Beziehung entwickeln wird - vor allem da Cristina ja jetzt zu diesem Dreieck dazu gehört?

Habt ihr eine Antwort auf die Fragen oder andere Punkte, die ihr gern diskutieren möchtet? Wer sind eure liebsten Charaktere, eure bevorzugten "ships" und welcher Wendepunkt hat euch am Meisten überrascht? Ich bin gespannt darauf, eure Kommentare zu lesen!

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