Mittwoch, 28. März 2018

Lass uns ans Meer fahren!

Wieder einmal durfte ich an einer Lovelybooks Leserunde teilnehmen und diesmal handelte es sich sogar um ein christliches Jugendbuch aus Deutschland - besser gehts ja eigentlich gar nicht! Zusätzlich stammt der Roman von einer C. S. Lewis Preisträgerin, entsprechend hoch waren meine Erwartungen - doch ich wurde nicht enttäuscht!


Rezension zu "Die Ausreisser - Sehnsucht nach Meer"

 
Melissa C. Feurers neuer Jugendroman ist erst dieses Jahr beim fontis-Verlag erschienen und erinnert inhaltlich sehr an eine Roadmovie. Dabei ist natürlich, wie der Titel schon suggeriert, das Meer das Ziel. Doch worum geht es genau?

Worum geht es?


Nele ist eine Außenseiterin, wird in der Schule gemobbt und hat es seit der Trennung ihrer Eltern nicht leicht. Zudem ist sie Christin und steht damit in ihrer Schule ziemlich allein da, aber ausgerechnet ihre Patentante ist auch noch die Religionslehrerin ihrer Klasse. Lars ist eher der unsichtbare Typ, er hat es zu Hause nicht leicht, doch dafür wird er in der Schule in Ruhe gelassen. Trotzdem sehnt er sich, genau wie Nele, nach einem Ausweg und als sie dem trampende Noah mit seiner Hündin Cassiopeia begegnen, scheint dieser Ausweg endlich zu existieren.

Dabei haben sie zuerst kein Ziel. Noah zieht schon eine ganze Weile einfach von hier nach dort und Lars will vor allem weg, Nele weiß jedoch genau, wohin sie will: Nach Glücksstadt, nördlich von Hamburg, wo ihr Vater mit seiner neuen Frau lebt. Die drei begeben sich auf eine abenteuerliche Reise und bald schon sind sie zu fünft.

Graphische und rhetorische Gestaltung


Das Cover des Buchs ist im Collagenstil gehalten und wirkt damit hipp und jung, also genau auf die Zielgruppe ausgerichtet. Auf zwei großen Bildern sind die vier Hauptcharaktere zu sehen und natürlich auch Noahs Hund. Der Hintergrund besteht aus verschiedenen Bildern von Meer, wobei dieses (außer als Reiseziel) meines Erachtens keine große Rolle im Roman spielt. Es sieht natürlich trotzdem ganz nett aus.

Der Schreibstil der Autorin ist recht simpel und liest sich flüssig. Dabei bin ich zu Beginn recht häufig über die Zeitform gestolpert, denn anders als andere Autoren hat sich Melissa C. Feurer für die Gegenwartsform entschieden. Da ich soetwas lange nicht gelesen hatte, musste ich mich erstmal daran gewöhnen, doch da die Form für Jugendbücher durchaus nicht unüblich ist, kann man ihr das keineswegs negativ anrechnen. Außerdem kam mir die Sprache der Charaktere an manchen Stellen etwas "unjugendlich" vor.

Das Buch ist in 10 Kapitel unterteilt, die jeweils angeben, in welcher Stadt sich die Teenager gerade befinden. Zusätzlich enthält jede Kapitelüberschrift eine "Skyline" der jeweiligen Stadt, was graphisch sehr ansprechend ist.

Erzählt wird aus der 3. Person und Erzähler sind Nele, Noah und Lars. Dabei wechselt der POV immer wieder zwischen den dreien hin und her - zu Beginn sind dazwischen noch Absätze, doch im Verlauf des Buches wechselt die Perspektive auch immer wieder mitten im Text, so dass ich zwischenzeitlich echt durcheinander gekommen bin, wer denn jetzt gerade spricht. Nach dem (mehrmals) wiederholten Lesen der jeweiligen Absätze wurde es dann jedoch etwas klarer.

Meine Meinung


Da ich bis her noch keine anderen Bücher der Autorin gelesen habe, kann ich den Roman schlecht mit dem Gesamtwerk vergleichen. Allerdings kann ich anführen, dass mir das Buch wesentlich besser gefallen hat als die anderen christlichen Jugendromane, die ich in letzter Zeit gelesen habe - zum einen, weil diese meist aus den USA stammen und die christliche Szene dort ganz anders aufgebaut ist; zum anderen weil hier auch nicht-christliche Charaktere zu Wort kommen dürfen und nicht zum Glauben "gezwungen" werden.

Fazit

Insgesamt war es eine runde Geschichte ohne überwältigende christliche Botschaft, dafür wr die Geschichte jedoch sehr ehrlich und die Charaktere wirkten weder verborgen noch wie "nur für das Buch gemacht". Nele und Lars sind Leute, die einem einfach so auf der Straße begegnen könnten und durch die Vielfalt der vier Hauptcharaktere gibt es auch für jeden eine Person, mit der er sich identifizieren kann. 

Empfehlen kann ich das Buch allen jungen Leuten, die vielleicht gerade in einer Krise stecken und nicht mehr weiter wissen oder die Lust auf ein Abenteuer haben. (Natürlich gilt das auch für Junggebliebene!) Mich hat der Roman überzeugt und ich werde ihn definitiv auch außerhalb des Internets an andere weiter empfehlen.

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