Seit drei Wochen schreibt ihr nun schon an eurem Camp NaNoWriMo Projekt und ausgerechnet jetzt erreicht ihr den Punkt in der Geschichte, an dem ihr absolut keine Ahnung habt, wie es weitergehen soll. Es ist also an der Zeit, die unkonventionellen Methoden auszuprobieren. Eine davon ist der Brettspiel-Plot.
Zu allererst macht ihr euch eine kurze Notiz zum Ausgangspunkt der Situation, in der ihr gerade fest steckt: Was ist bereits passiert? Wer befindet sich wo? Was soll in Zukunft noch passieren? (Entsprechen müssten die dazwischen liegenden Szenen dazu überleiten.)
Habt ihr all das greift ihr euch das erste Brettspiel, was ihr finden könnt. Scotland Yard, Leitern und Rutschen sowie z.B. Sagaland eignen sich hervorragend, aber natürlich funktioniert die Methode auch mit fast jedem anderen Spiel. Wichtig ist, dass ihr den Weg eurer Spielfigur bestimmen können müsst!
Bevor ihr mit dem Spiel beginnt könnt ihr euch jeweils ein Legende anlegen - um gleich bei Scotland Yard zu bleiben könnte zum Beispiel ein Taxi dafür stehen, dass die Charaktere ein Gespräch führen, dass ihnen weitere Informationen zu ihrer Lage gibt. Schreibt dann während des Spiels für jeden Charakter genau auf, was die jeweilige Spielfigur macht. (Das könnte zum Beispiel so aussehen: A nimmt ein Taxi (Gespräch), dann die U-Bahn (kriegt Informationen vorgesetzt ohne etwas dafür zu tun) und sieht dann zum ersten Mal Mister X (Hinweis).)
Dann geht es auch schon los - gemeinsam mit mindestens einem Freund oder einer Freundin startet ihr das Spiel. Dabei stehen die unterschiedlich farbigen Spielfiguren für unterschiedliche Charaktere. Im Fall von Scotland Yard kann dann Mister X sowohl für ein Geheimnis stehen, dass die Charaktere aufdecken müssen oder für die Zielsituation, in die sie gelangen müssen.
Wichtig ist, dass ihr eure Spielfiguren während des Spiels nicht so bewegt, dass es am Besten in eure bisherige Vorstellung von der Handlung passt (auch wenn dieser Hintergrundgedanke an den Entscheidungen beteiligt werden darf), sonder so dass das Spiel siegreich beendet wird. Optimal ist es natürlich, wenn ihr ein Spiel findet, dass sich direkt in euren Plot einbauen lässt - wollt ihr zum Beispiel Märchenmotive in euren Roman einbauen, ist Sagaland perfekt geeignet, um euch zu Zeigen, in welcher Reihenfolge welcher Charakter welche Motive antreffen soll.
Der letzte Schritt ist vermutlich der Schwierigste: Das, was man gerade entwickelt hat, tatsächlich aufzuschreiben. Aus euren Spielverlaufnotizen könnt ihr zunächst ein komplexeres Plotgebilde aufbauen und z.B. für ein Gespräch den Gesprächspartner finden oder einen sinnvollen Hinweis, der den Charakter weiter bringt. Anschließend könnt ihr dann mit diesen Informationen an eurem Buch weiterschreiben.
Die Brettspiel-Plot-Methode ist vermutlich nicht die Beste, um die Handlung eines gesamten Buches zu entwickeln, jedoch ist sie eine hilfreiche Inspiration, wenn man absolut feststeckt und nicht mehr weiter kommt. Habt ihr sie ausprobiert und wenn ja, was haltet ihr davon?



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