Mittwoch, 5. Juli 2017

Worüber schreib' ich eigentlich?

Wenn es darum geht, ein Buch zu Schreiben, gibt es zwei Typen von Menschen: Pantser und Plotter. Während Plotter erst dann mit Schreiben anfangen, wenn ihr kompletter Handlungsablauf steht und sie so gut wie jede Facette ihrer Charaktere kennen, machen sich Pantser nicht erst die Mühe, im Voraus zu planen. Stattdessen schreiben sie einfach drauf los und beobachten gespannt, wo das sie und ihre Geschichte hinführt.

Vom Plotter zum Pantser zu werden ist vergleichsweise einfach - man muss einfach nichts tun. Dass das an sich manchmal schwerer ist als gedacht ist eine komplett andere Sache. Um von Pantser zum Plotter zu werden braucht es jedoch ganz andere Dinge - und wie ihr den Weg dorthin schaffen könnt, erkläre ich in diesem Post.

Du möchtest gerne eine Geschichte schreiben - normalerweise hat das immer ohne große Vorbereitungen geklappt, aber ausgerechnet jetzt, wo die Geschichte etwas länger, ja sogar ein ganzer Roman werden soll, scheint diese Methode einfach nicht zu greifen.

Schritt 1 ist zunächst recht simpel: Überleg dir, worüber du überhaupt schreiben möchtest. Für dieses Camp NaNoWriMo (2017) gibt es dafür zum Beispiel eine spezielle Arbeitsblattsammlung: https://drive.google.com/file/d/0B5XLWiHqq_J-bmxKVFFJcS11MUk/view Nachdem ihr euch die PDF Datei ausgedruckt habt könnt ihr sowohl Informationen über euer Projekt im allgemeinen eintragen als auch euren Schreibfortschritt notieren.

Schritt 2 ist dann schon nicht mehr ganz so leicht. Wie genau soll ich weitermachen? Wo fange ich meine Geschichte an? Wie gelingt mir ein guter Einstieg? Zu all den Fragen halten tausende Blogger und Websitenbetreiber die einzig wahren Antworten bereit und ich möchte in diesem Pool nicht mitmischen. Nicht jeder Tipp funktioniert für jeden gleich gut. Stattdessen greife ich hier erneut auf die Schreibhilfen zurück, die direkt vom NaNo-Team angeboten werden. Hier findet ihr zum Beispiel alle möglichen Tipps und hier einige Arbeitsblätter, die vor allem an ein jüngeres Publikum (bis zur High School) gerichtet sind, aber trotzdem recht hilfreich sein können, wenn man sich in seinem Projekt verfahren hat.

Schritt 3 ist die Königsstufe - zumindest aus Sicht eines Pantsers. Statt einfach so drauf los zu Schreiben stehen jetzt schon eine kurze Zusammenfassung des Projekts und einige Details zu den Charakteren fest. Es folgt: Das Storyboard. Aus meiner (Pantser) Sicht ist diese Methode eine der einfachsten, um einen Plot aufzustellen.

Man nehme: Ein (am besten großes) leeres Blatt Papier und einen Stift.

In eine Ecke (oder in die Mitte) kommt das Ereignis, das die Geschichte auslöst oder der Charakter, der im Mittelpunkt steht. Ein paar grobe Notizen reichen völlig aus. Was passiert als Nächstes? Zeichnet einen Pfeil und schreibt es auf! Überlegt euch so in schmalen Schritten, worum es in eurer Geschichte geht und vor allem: Wie sie endet! Denn damit alles einen Sinn ergibt ist es wichtig, dass ihr von vorn herein eine Ahnung hat, in welche Richtung eure Geschichte gehen soll.

Meine Erklärung war zu kompliziert? Als ich der Idee, damals noch unter dem Namen "Moodboard", das erste Mal über den Weg gelaufen bin, hatte ich dazu die Erklärung der wunderbaren Juliana Caruso, die ich euch nicht enthalten möchte:


Schritt 4 ist optional. Denn natürlich kann man jetzt noch weiter und weiter machen, jedes Kapitel und jeden Absatz auf den Satz genau ausplanen, doch für die Transformation Pantser-Plotter ist eigentlich jetzt schon genug getan - denn so ein Storyboard zählt eindeutig als Handlungsplan (=Plot). Ab hier heißt es vor allem Spaß haben und nicht zu vergessen, dass es erst der erste Entwurf der Geschichte ist. Deswegen kommt es mehr darauf an, auf den generellen Inhalt zu achten und nicht auf Kleinigkeiten wie Handlungslöcher oder die Grammatik. Zeit zum Lektorat bleibt später immer noch.

Ich hoffe, dass ich euch mit diesen Tipps ein wenig helfen konnte. Was seid ihr - Plotter oder Pantser?

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