Freitag, 7. Juli 2017

Meine Camp - Erfahrungen

Jeder Camper fängt einmal klein an - für die meisten ist es der erste Versuch, ob so ein Projekt wie der NaNoWriMo überhaupt funktionieren kann und manche, wie auch ich, nutzen die Chance, um ihre (halb-)fertigen Projekte zu überarbeiten oder zu Ende zu bringen. In diesem Post möchte ich meine Camp Erfahrungen mit euch teilen und euch natürlich ein paar Tipps mit auf den Weg geben.

Heute ist der siebte Juli und damit ist  die erste Woche des Camps fast vorbei. Sie kann manchmal die Schwerste sein - der Schreibrhythmus ist noch ungewohnt und nach den ersten drei bis vier Tagen fällt es schwer, sich zum Schreiben zu motivieren. Es ist wie auf einer Achterbahn, die gerade ins Tal gesaust ist: Man spürt den Kick, doch dann ist es plötzlich vorbei und man fragt sich, wie man es jemals wieder nach oben schaffen soll. Ausdauer ist die Antwort.

Das erste Mal an einem Camp teilgenommen habe ich im Juli 2014, also vor genau drei Jahren. Im November des selben Jahres folgte meine erste NaNoWriMo-Erfahrung - sowohl im Camp als auch während des NaNoWriMos ist es mir nicht gelungen, mein Projekt mit 50 000 Wörtern zu beenden. Allerdings schiebe ich den Grund dafür lieber darauf, dass ich den Rhythmus noch nicht gewohnt war, als persönliche Probleme während dieses Jahres vorzuschieben.

Trotz allem habe ich bisher jedes Jahr an mindestens einem Camp und am NaNoWriMo teilgenommen - den Engergieschub, den mir das regelmäßige Schreiben mit ein bisschen Zeitdruck verschafft möchte ich nicht missen. Einen Überblick über meine bisherigen Projekte seht ihr im Folgenden. (Bei "Myerm" handelt es sich übrigens um das selbe Buch wie bei "Jenica under the sea".)


Ich will ehrlich sein: Bisher habe ich noch kein Camp NaNoWriMo gewonnen. Meist war nach spätestens 10 Tagen der Stress zu groß und ich habe aufgegeben. Nebenher hatte ich oft noch Schulunterricht, Hausaufgaben oder Projekte, die ich über den Sommer vorbereiten musste - dieses Jahr ist das nicht so: Ich habe alle Zeit der Welt.

Meinen ersten NaNoWriMo habe ich übrigens in dem Jahr gewonnen, in dem ich meiner Englischlehrerin versprochen hatte, im Dezember einen Vortrag darüber zu halten. Ich wollte nicht wie ein totaler Looser dastehen und habe mich doppelt so sehr angestrengt - und es hat geklappt. Im folgenden Jahr hat mein Bruder zum ersten Mal teilgenommen und Ende November sah es so aus, als ob er der Einzige von uns beiden sein würde, der gewinnt. Das konnte ich natürlich nicht zulassen!


Beim Schreiben brauche ich oft einen Ansporn, eine Extraherausforderung zusätzlich zu der "Schreibe 50 000 Wörter in einem Monat" Aufgabe. Zwar ist es mein liebstes Hobby (neben dem Lesen), doch wenn ich mich lediglich vor mir selbst beweisen muss, dann neige ich dazu, nichts zu tun. Schließlich weiß man Inneres, dass ich es hätte schaffen können, wenn ich gewollt hätte und das ist für mein Gewissen genug. Wenn es allerdings darum geht, andere zu besiegen, muss ich mich auch ihnen gegenüber zu beweisen und das spornt an!

Was habe ich aus meinen Erfahrungen gelernt und was kann ich euch als Tipps mit auf den Weg geben?


Macht euch vorher einen Plan! Schreibt nicht einfach so drauf los sondern erstellt zumindest einen groben Handlungsabriss! Wenn ihr in die Fänge des Schreibblock-Monsters geratet werdet ihr es euch danken, denn es ist viel einfacher, wieder los zu schreiben, wenn man weiß, worüber man schreiben will. (Tipps dazu findet ihr auch in meinem Plot-Entwicklungs-Post - eine alternative Plotentwicklungsmethode stelle ich euch morgen vor!)

Probiert die ersten zehn Tage einfach so aus! Erzählt nur den Leuten davon, die wissen sollten, warum ihr ständig am Tippen seid und versucht so oft wie möglich euer Tagesziel zu erreichen. Wenn das nicht klappt sucht euch einen Ansporn: Erzählt jedem der euch über den Weg läuft davon, dass ihr einen Roman schreibt. Normalerweise fragt euch dann mindestens eine Person jeden zweiten Tag wie das Projekt läuft und ihr wollt ja nicht als Verlierer dastehen! Alternativ könnt ihr euch Schreibpartner suchen oder an lokalen Schreibtreffs teilnehmen - mehr dazu findet ihr auf der NaNoWriMo Website. (Dort sucht ihr einfach nach Regionen in euerer Nähe und haltet in den Foren Ausschau nach einem Treffen in eurer Stadt.) Während des Camps gibt es natürlich auch immer noch die Cabins, in denen ihr euch gegenseitig zum Weiterschreiben anspornen könnt. (Oder ihr setzt euch als Ziel, der Beste der Cabin zu sein, also die meisten Wörter zu Schreiben.)

Am Wichtigsten ist jedoch eine gehörige Dosis Disziplin: Lasst euer Projekt nicht gleich liegen, nur weil ihr einen Tag lang nicht geschrieben habt! Einen Tag auszusetzen ist keine Schande, daraus eine Woche werden zu lassen jedoch schon! Setzt euch kleine Ziele und wenn das Ziel ist: "Heute schreibe ich einen Satz." Vielleicht werden ja doch zwei daraus, ein ganzer Absatz oder sogar eine Seite. ("Heute schreibe ich fünf Seiten" klingt meist nicht wie ein Ziel sondern eher wie eine Todesdrohung - kleine Schritte helfen, zum Ziel zu gelangen.) Meist ist es so, dass man - wenn man einmal mit dem Schreiben angefangen hat - schnell wieder drin ist und einfach genug Ideen findet, um das Tagesziel zu erreichen oder sogar zu überschreiten.

Zum Schluss noch eins: Seit euch von vorn herein klar, was ihr wollt. Das Camp lässt sich genau wie der NaNoWriMo auf zwei Arten bewältigen: Entweder will man unbedingt die Zielwortzahl erreichen (egal in welcher Zeit) oder man möchte jeden Tag schreiben (und hat für jeden Tag eine Gesamwortzahl, die geschrieben werden soll und die am Ende auch zur Zielwortzahl führt). 

Geht ihr den ersten Weg, dann empfehle ich euch, immer aufs Ganze zu gehen - wenn ihr in der Laune dazu seid zu schreiben bis euch die Arme abfallen, dann tut das - ein Vorsprung kann nicht schaden, vor allem wenn man sich eine Schreibblockade einfängt. Es kann auch eine interessante Herausforderung sein herauszufinden, wie viele Tage ihr mindestens braucht, um das Wortziel zu erreichen.

Wählt ihr allerdings, wie ich, den zweiten Weg, dann geht vorsichtig mit euren Ideen um. Nichts ist schlimmer, als vor einer leeren Seite zu sitzen und stundenlang über den Handlungsverlauf zu brüten, weil man alle guten Gedanken bereits am Vortag aufs Blatt gebracht hat. Seit ein wenig radikal und brecht das Schreiben ab, wenn ihr beginnt euer Tagesziel massiv zu überschreiten - nur, um alle Ideen aufs Papier zu bringen. Macht euch lieber außerhalb dazu Notizen und formuliert diese am nächsten Tag aus. Mit der Garantie, dass man den Inhalt der Szene, die man schreiben möchte, bereits ausgearbeitet hat, lässt es sich oft leichter arbeiten.

Wie oft habt ihr an Camps und NaNoWriMos teilgenommen und was sind eure Tipps? Ich bin gespannt!

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