Sonntag, 4. Februar 2018

Liebe in Verona [RSD]

Wer sich durch den Titel des Posts hat verwirren lassen - nein, hierbei geht es nicht um mich - stattdessen ist dies der Titel eines neuen Romans des ehemaligen Lehrers Glenn Dixon, der auf einer wahren Geschichte beruht. Mehr dazu in meiner folgenden Rezension.



Rezension zu "Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand"


Glenn Dixons neuer Roman erscheint am 08.03.2018 als Taschenbuch im KiWi Verlag und hat 336 Seiten. Im Original heißt das Buch "Juliet's Answers" und bezieht sich damit auf den Club der Julias, der in Verona schon seit vielen Jahren im Namen Julias Antworten auf verzweifelte Liebesbrief aus aller Welt verfasst. Dank Vorablesen durch ich dieses Buch, nun ja, vorablesen und im Anschluss meine Meinung dazu kund tun.

Worum geht es?

 

Der Autor und Protagonist des Romans, Glenn Dixon, unterrichtet schon seit vielen Jahren an der Highschool und nimmt dabei stets "Romea und Julia" durch. Durch den Anhang seiner Ausgabe des Dramas erfährt er vom Club der Julias, der, wie bereits erwähnt, Briefe aus aller Welt beantwortet. Spontan beschließt er, seine Sommerferien in Verona zu verbringen und dort ehrenamtlich beim Beantworten der Briefe zu helfen.

Der Roman ist auf drei - vier Zeitebenen ausgelegt: der Ebene von Glenns Vergangenheit, in der sich auch seine Erfahrungen mit der Liebe abspielen, der Ebene seines Besuchs in Verona, der Ebene seines Unterrichts in dem Jahr nachdem er in Verona war und der Ebene des danachs. Während sich die ersten drei Ebenen zu Beginn des Buches immer abwechseln folgt in der hinteren Hälfte des Buches ein Wechsel in die "danach" Ebene, der fast nicht mehr durchbrochen wird.

Glenn hofft, in Verona eine Antwort auf seine Liebesleiden zu finden - mehr darüber zu verraten wäre ein etwas zu großer Spoiler - dabei sammelt er jedoch wertvolle Erfahrungen und lernt viel Neues über die Liebe. Die Geschichte ist ein wenig an Romeo und Julia orientiert und entsprechende Szenen werden sowohl im Unterricht durchgenommen als auch mit Glens Erinnerungen verknüpft - ein sehr interessantes und ansprechendes Konzept.

Graphische und rhetorische Gestaltung


Selbst ohne den Klappentext zu lesen kann man durch das Cover bereits erahnen, worum es geht - Briefe, Shakespeare und eine wahre Geschichte. Zwar ist es sehr schlicht gehalten, doch gerade dadurch passt es sehr gut zum Inhalt des Buches bzw. lenkt nicht davon ab.

Der Schreibstil des Autors lässt sich sehr angenehm lesen, gerade durch die verschiedenen Ebenen bleibt der Roman sehr abwechslungsreich und unterhaltsam. Neben den Ebenen ist der Roman passenderweise in drei Akte gegliedert, was natürlich ebenfalls eine Anlehnung an Romeo und Julia ist.

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive und der Sicht Glenn Dixons.

 

Meine Meinung


Ehrlich gesagt hat mich das Buch sehr überrascht! Bei Buchgewinnen lasse ich mich oft auf mehr ein als wenn ich das Buch tatsächlich kaufen müsste und in diesem Fall waren meine Erwartungen recht niedrig. Entsprechend habe ich die Lektüre vor mir hergeschoben, der Gewinn lag bereits zwei Monate zurück bevor ich mich endlich an das Buch herangewagt habe. Und dann das!

Der Autor erzählt gewitzt seine Geschichte, lässt viel Fachwissen durchblicken, man lernt unglaublich viel dazu, fühlt mit Glenn mit und auch die Schicksale seiner Schüler sind sehr spannend. Meistens möchte man das Buch gar nicht bei Seite legen und auch die Parallelen zu Romeo und Julia sind nicht ins Kitschige gezogen (was ich insgeheim befürchtet hatte) sondern realistisch und nüchtern gehalten. Ein toller Roman!

Fazit


Insgesamt ist das Buch absolut empfehlenswert! An manchen Stellen zieht es sich ein bisschen, weshalb der Leser Geduld mitbringen sollte, Hochspannung ist nicht zu erwarten. Die Geschichte widmet sich vielen verschiedenen Aspekten - der Vergangenheit und Gegenwart Glenns, dem Leben seiner Schüler, den Julias und ihren Briefen, den historischen Hintergründen etc. - und bleibt dadurch stets unterhaltsam. Wer nach einem guten Buch sucht, dass trotzdem nicht zu viel Denkleistung erfordert, ist hier genau an der richtigen Stelle!



 

Spoiler


Ziemlich schnell wird klar, dass es Glenn nicht nur um die Liebe allgemein, sondern um eine bestimmte Person geht. Er gibt ihr im Roman den Namen Claire - sie lernten sich am College kennen und sie hat eine Beziehung zu ihm immer abgeblockt, er sei lediglich ihr bester Freund. Ihre Rückkehr in Glenns Heimatstadt war letztendlich der Auslöser für seine Reise nach Verona und insgeheim fiebert der Leser automatisch mit Glenn mit, hofft, dass es mit den Beiden doch noch klappt, doch am Ende soll es vermutlich - wie mit Romeo und Julia - einfach nicht sein.

Da es ein Buch über die Liebe ist hofft man jedoch trotzdem, dass Glenn seine lang ersehnte Partnerin findet. Nette Frauen gibt es dafür z.B. im Club der Julias genug, doch die Frau, mit der er am Ende zusammen kommt, ist keine von ihnen.

Wenn Romeo und Julia im Unterricht durchgenommen wird rechnet man fast damit, dass auch das Liebesleben der Schüler eine Rolle spielt - und das ist auch der Fall, jedoch manchmal nicht unbedingt so, wie man es erwarten würde.



 

Diskussion

 

Seit ich diesen Blog begonnen habe, habe ich zum Schluss jeder Rezension  noch eine Diskussion angeschlossen, doch leider nie Antworten erhalten. Deshalb stelle ich mit dieser Rezension die Diskussionen ein. Über Kommentare würde ich mich natürlich trotzdem freuen!

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